Entwicklung eines neuen Verfahrens zur energiearmen Herstellung von Keramiken

Zur Herstellung von Keramiken wie Ziegel, Klinkersteine, Steinzeug, Porzellan, Wasch und Toilettenbecken, usw. wird vergleichsweise noch viel Energie bentigt. Je nach Art der Keramik werden verschiedene Mineralien wie Quarz (SiO2), Aluminiumoxid (Al2O3), Natriumoxid (Na2O), Kaliumoxid (K2O), usw. gemahlen und vermischt. Danach werden diese mit bis zu 50 Vol. % Wasser vermengt, um die Masse formen zu knnen. Die danach entstandenen keramischen Rohlinge werden zunchst getrocknet. Die hierzu notwendigen Trockner mssen so ausgelegt werden, dass beim Trocknen und der damit verbundenen Schwindung keine Risse entstehen. Die getrockneten Rohlinge werden anschlieend auf Temperaturen zwischen 800 C und 1400 C erwrmt, damit die einzelnen mineralischen Partikel zusammen wachsen. Dieses wird als sintern bezeichnet. Schlielich muss das fest gewordene Produkt wieder abgekhlt werden.
Der Sintervorgang, was man auch als Brennen bezeichnet, wird in Tunnelfen durchgefhrt. Die Rohlinge werden auf Wagen gestapelt, wie in Bild 1 dargestellt wird.

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Bild 1: Prinzip eines Tunnelofens zur Herstellung von Ziegelsteinen

Solche Wagen knnen bis zu 6 m breit sein und die gestapelte Ware kann bis zu 3 m hoch sein. Der Wagen wird durch den Ofen gestoen. Solche fen knnen bis zu 150 m lang sein, weshalb diese als Tunnelofen bezeichnet werden. Die Reise des Wagens durch den Ofen kann mehrere Tage dauern. Bild 2 zeigt einen Wagen fr Dachziegel.

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Bild 2: Tunnelofenwagen fr Dachziegel

In der Mitte des Ofens befinden sich bis zu 100 Ergasbrenner. Das heie Verbrennungsgas strmt im Gegenstrom zu den Wagen in Richtung Ofeneintritt. Dadurch wird das keramische Produkt erwrmt, wie im unteren Teilbild qualitativ dargestellt ist. Das abgekhlte Gas verlsst den Ofen in die Atmosphre. An der Austrittsseite der Wagen wird kalte Luft eingeblasen, die das Produkt wieder abkhlt. Die sich dabei erwrmende Luft wird vor den Brennern abgesaugt und zum Trocknen der Rohling eingesetzt. Das Sintern der Mineralien bentigt theoretisch keine Energie. Knnte man folglich die beim Abkhlen des Produktes gewonnene Energie zum Erwrmen einsetzen, wrde keine Energie zum Brennen bentigt. Man bruchte lediglich Energie zum Trocknen der Rohlinge. Diese Energie ist jedoch um ein Vielfaches geringer als die zurzeit aufgewendete Energie zur Herstellung von keramischen Produkten.
Am Institut wird daher ein neuer Ofentyp entwickelt, mit dem die Energie zum Khlen direkt zum Aufwrmen eingesetzt werden kann. Wie in Bild 3 dargestellt ist, fahren hierzu die Wagen auf zwei Schienenpaaren entgegengesetzt durch den Ofen. Ein Ventilator auf dem Dach des Ofens wlzt zwischen beiden Ofensegmenten Gas um. Die zu khlenden Produkte erwrmen das Gas, welches dann im anderen Segment die Produkte aufheizt. In der Brennzone werden die Gase durch einige wenige Brenner umgewlzt, aus denen die Verbrennungsgase mit hohem Impuls austreten.

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Bild 3: Prinzip des neuen Tunnelofens mit Solid-Solid-Rekuperation

Das neue Ofenkonzept wird mit Hilfe von Berechnungen am Computer ausgelegt. Hierzu wird die umlaufende Strmung simuliert. Das Ziel diese Untersuchungen besteht darin, dass mit mglichst wenig elektrischer Energie fr die Geblse viel Wrme bertragen wird. Die optimale Anordnung der Produkte wird untersucht, damit die zur bertragung der Wrme bentigte Flche mglichst gering ist. Damit wird das Volumen des Ofens kleiner und damit die Investitionskosten. Erste Ergebnisse zeigen, dass bis zu 70 % der Ofenenergie eingespart werden kann. Die Entwicklung solcher neuen Verfahren trgt somit erheblich zur Einsparung von Energie und damit Kohlendioxid bei. Teilarbeiten dieses Projektes werden von Studenten im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten durchgefhrt.

Letzte nderung: 19.06.2024 -
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