Ehemalige Studierende der FVST - im Team der Preisträger Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation 2026

15.06.2026 -

Schlüsseltechnologie für die verbesserte Speicherung erneuerbarer Energien wird mit
Forschungs- und Innovationspreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet

Team des Max-Planck-Instituts in Magdeburg erhält Hugo-Junkers-Preis
für Forschung und Innovation


Ein Team des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme wurde am
11. Juni 2026 in Magdeburg mit dem Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation des
Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet und hat den 1. Platz in der Kategorie „Sonderpreis:
Innovativste Vorhaben und Projekte zur Anpassung an den Klimawandel“ erhalten.
Die Preisträgerinnen und Preisträger Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher, Prof. Dr.-Ing. Ronny
Tobias Zimmermann, Luisa Peterson und Alexander Geschke erhielten die Auszeichnung aus
den Händen des Wissenschaftsministers des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Armin
Willingmann für ihr Projekt „CoSeCats – ein skalierbares, lastflexibles Katalysator-Reaktor-
System für die chemische Speicherung von erneuerbarer Energie.“
Das entwickelte Katalysator-Reaktor-System ermöglicht es, Überschüsse aus erneuerbaren
Energien wie Sonne oder Wind effizient zu nutzen, um daraus Energiespeicher-Moleküle in
chemischen Prozessen zu erzeugen. Der Lösungsansatz ist sehr innovativ und besitzt hohes
Anwendungspotenzial. Mit Hilfe von speziellen Katalysatorpellets können flexible, sichere und
kostengünstige Prozesse entwickelt werden, die eine großtechnische Produktion chemischer
Energieträger - wie zum Beispiel Methan - ermöglichen.
Die Katalysatorpellets verhindern durch ihren mehrschichtigen Aufbau unerwünscht hohe
Temperaturanstiege. Diese können sich bei dynamischen Lastschwankungen infolge stark
schwankender Verfügbarkeit der erneuerbaren Energien in den Prozessen einstellen.
Grundlagenforschung liefert entscheidende Schlüsselinnovationen für das Gelingen
der Energiewende
Das Projekt CoSeCats ist eine technologische Erfolgsgeschichte, die zeigt, dass
Grundlagenforschung für das Gelingen der Energiewende entscheidende Schlüssel-
innovationen liefern kann, wenn man den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
ausreichend Zeit und kreative Spielräume gibt, um unkonventionelle Ideen zu verfolgen.
CoSeCats wurde über acht Jahre hinweg in der Abteilung Prozesstechnik, geleitet von
Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher, am Magdeburger Max-Planck-Institut in interdisziplinärer Weise
entwickelt – von der Herstellung erster Katalysatormuster über deren Bewertung im
Labormaßstab bis hin zur erfolgreichen Demonstration an einer industrienahen Pilotanlage.

 

„Unser Katalysator-Reaktor-System ist das Ergebnis aus zahlreichen Computer-
Simulationen, bei denen wir das Design der Katalysatorpellets systematisch verändert
haben. Dabei haben wir herausgefunden, dass nur die Kern-Schale-Pellets einen wirklich
sicheren Prozessbetrieb bei stark schwankender Zufuhr von erneuerbaren Energien
ermöglichen, ohne dass der Prozess thermisch aus dem Ruder läuft“, so Kai Sundmacher.
Und Ronny Zimmermann ergänzt: „Wir freuen uns sehr über den Hugo-Junkers-Preis. Er ist
für uns Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und das CoSeCats-Konzept für
weitere Anwendungen auszurollen, um einen wirksamen Beitrag zur Anpassung an den
Klimawandel zu leisten.“

 

Über die Teammitglieder des Max-Planck-Instituts Magdeburg
Prof. Dr.-Ing. Ronny Tobias Zimmermann studierte Chemie- und Bioingenieurwesen (M.Sc.) an
der FAU Erlangen-Nürnberg und erhielt dort seinen Master-Abschluss im Jahr 2018. Anschließend
arbeitete er als Doktorand in der Abteilung Prozesstechnik des Max-Planck-Instituts in Magdeburg
und erforschte die Auswirkungen des Designs von Katalysatorpellets auf den Betrieb von
Festbettreaktoren in Power-to-Gas-Anwendungen. Im November 2024 wurde er mit dem
Promotionspreis der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik der Otto-von-Guericke-Universität
Magdeburg und im Juni 2025 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft
ausgezeichnet. Seitdem arbeitet Herr Zimmermann als Teamleiter in der Abteilung von Prof.
Sundmacher. Zudem ist er seit dem 1. März 2026 Professor für Prozessauslegung und -simulation
an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt.
Luisa Peterson hat im Juni 2021 ihren Master-Abschluss in Biosystemtechnik an der Otto-von-
Guericke-Universität Magdeburg erlangt. Im Jahr 2019 studierte sie als Austauschstudentin
Chemical Engineering an der Purdue University in den USA. Sie absolvierte Praktika bei den
Unternehmen geneXplain und MerckKGaA. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf
Verfahrenstechnik, Reaktionstechnik und Maschinellem Lernen. In ihrer Promotion am Max-Planck-
Institut arbeitet sie an der Modellierung und Simulation von Power-to-Gas-Prozessen. Frau
Petersons Hauptinteresse gilt dabei der Entwicklung prädiktiver, echtzeitfähiger Modelle.
Alexander Geschke erlangte im April 2021 seinen Master-Abschluss in Verfahrenstechnik an der
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Zu seinen Schwerpunkten und Kenntnissen zählen
Programmierung, Maschinelles Lernen, Modellierung und Simulation, Prozessoptimierung und -
automatisierung. Im Rahmen seiner Promotion betreut er die Pilotanlage zur Kohlenstoffdioxid-
Methanisierung im Technikum des Max-Planck-Instituts. Herr Geschke trug dazu bei, die
Funktionstüchtigkeit der Kern-Schale-Katalysatorpellets unter industrienahen Betriebsbedingungen
nachzuweisen.
Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher studierte Maschinenbau an der Leibniz-Universität Hannover und
Verfahrenstechnik an der TU Clausthal. Am Institut für Chemische Verfahrenstechnik der TU
Clausthal wurde er im Jahr 1995 promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University
of Newcastle, Großbritannien, habilitierte er sich und folgte im Jahr 1999 dem Ruf der Otto-von-
Guericke-Universität Magdeburg auf den Lehrstuhl für Systemverfahrenstechnik. Im Jahr 2001
wurde er zum Direktor und Wissenschaftlichen Mitglied des Max-Planck-Instituts für Dynamik
komplexer technischer Systeme in Magdeburg berufen. In seinen aktuellen Forschungsprojekten
befasst er sich mit Themen der Kreislaufwirtschaft, der Speicherung erneuerbarer Energien und der
Dynamik von Power-to-X-Prozessen sowie mit neuen Konzepten der Bioökonomie. Das Projekt
CoSeCats ist Teil einer Forschungsmethodik von Prof. Sundmacher, die darauf abzielt, das Design
von maßgeschneiderten Funktionsmaterialien unter Nutzung von mathematischen
Optimierungsmethoden direkt in den Prozessentwurf zu integrieren.
Über den Hugo-Junkers-Preis
Seit über 30 Jahren vergibt das Land Sachsen-Anhalt den Hugo-Junkers-Preis für
zukunftsweisende Innovationen aus Wissenschaft, Industrie und Handwerk. Das Ministerium für
Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt lobt den Preis alle
zwei Jahre aus. Der Hugo-Junkers-Preis 2026 ist mit insgesamt 80.000 Euro dotiert und ist damit
der höchst dotierte Preis des Landes Sachsen-Anhalt. Der Preis wird in vier Kategorien vergeben,
die von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung, innovativen Produkten,
Dienstleistungen und Geschäftsmodellen bis hin zu Vorhaben und Projekten zur Anpassung an den
Klimawandel reichen.
Am 11. November 2025 kam die Jury des Hugo-Junkers-Preises an der Nationalen Akademie der
Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) zur letzten Sitzung vor der Preisvergabe zusammen,
bei der die aktuellen Finalisten ihre Forschung in Live-Pitches präsentierten.

 

Kontakt am Max-Planck-Institut Magdeburg
Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher Gabriele Ebel M.A.
Direktor, Abteilung Prozesstechnik Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
sundmacher@mpi-magdeburg.mpg.de ebel@mpi-magdeburg.mpg.de
0391 – 61 10 350 0391 – 61 10 144
Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg
Sandtorstraße 1, 39106 Magdeburg
https://www.mpi-magdeburg.mpg.de/pm-hugo-junkers-preis-2026
WISSEN. VON HIER. FÜR ALLE.

 

https://www.mpi-magdeburg.mpg.de/pressemitteilungen2025

https://www.ovgu.de/Biosystemtechnik_master.html
https://www.ovgu.de/Nachhaltige_Verfahrens_und_Umwelttechnik_master.html

Letzte Änderung: 15.06.2026 -
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